BAND

Won’t forget these days. Wozu auch? Denn da sind sie wieder und tun das, was sie schon immer getan haben: Statt die Erwartungen zu bedienen, ganz allein das, woran sie Spaß haben. Und so überlassen sie es anderen, die zigte Comebacktour mit neuem, unglaublichem Album zu machen.

Ebenso die schicken Superlative, die andere so gerne versprühen. Na klar sind sie alle die schönsten, die besten, die wildesten. Doch treffen auf Fury außerdem einige wirklich herausragende Attribute zu, sind sie doch eine der unterschätztesten und zugleich prägendsten Bands der deutschen Musikgeschichte.

Denn es sind diese unvergesslichen Hits, es ist das einzigartige Songwriting, es ist diese eine besondere Stimme – die uns schlagartig mitnimmt und durch die Zeit reißt, während der Soundtrack unseres Lebens erklingt. Die 80er, die 90er, die Partys, die Emotionen. Diese Musik, zu der wir getanzt, geweint, einander in den Armen gelegen, uns gefeiert, geliebt haben. Gelebt haben! Und es unverändert tun, denn Fury ist eine Band, die bewegt und berührt. Und noch mehr: Fury bleibt. Und weckt noch heute dieses ganz besondere Lebensgefühl, das sich nicht abnutzt wie manch andere. Das ist ewig. Ist keinen Tag gealtert und entfacht live immer noch diese furyeske Magie, die entsteht, wenn auf der Bühne echte Musiker stehen, die nie irgendetwas anderes wollten.

Seit ihren Anfangstagen im Jahr 1986 waren sie anders, unangepasst und auch mal unbequem. Ein wilder Chaoshaufen, der bewusst den Independent-Weg wählte, um auf diesem zu einer der wichtigsten deutschen Bands zu werden. Zunächst erspielten sie sich national einen Ruf als erstklassige Liveband und bewiesen ihr Talent für große Songs mit „Time to wonder“ oder „Won’t forget these days“. Um ab 1992 auch international, zuerst im europäischen Raum, wenig später auch in den USA zu einer vielbeachteten und erfolgreichen Band zu werden. Ob als Support für zahlreiche Künstler, als Platz 15 der Billboard-Album-Charts oder als vielfache Hörer-Nummer-Eins bei Radiostationen quer durchs Land. Und zu Hause Top-Ten-Platzierungen, Preise, Echo-Nominierungen, Goldauszeichnungen, ausverkaufte Tourneen.

Als sie 2007 nach über 1.000 Livekonzerten und mehr als 4 Millionen verkauften Alben ihre bevorstehende Trennung bekanntgaben, sollte dies natürlich nur mit einer ausgedehnten Abschiedstour geschehen. Der Abschied, das letzte Konzert am 30. August 2008 als Heimspiel in Hannover, musste aufgrund der großen Nachfrage um zwei Zusatztermine verlängert werden.

Auch das Klassentreffen-Konzert 2013 auf der EXPO-Plaza in Hannover, für das die Band noch einmal zusammenfand, war mit 25.000 Karten in kürzester Zeit ausverkauft.

Eigentlich sollte ein wenig mehr Zeit vergehen bis zu einem Wiedersehen, aber dann merkten sie, dass sie nun seit genau 30 Jahren gemeinsam brennen. Für die Musik, füreinander, für ihre Fans, für die Bühne. Und so kommen sie nun für ein ganzes Jahr zurück auf die deutschen Bühnen und feiern 30 Jahre Bandhistorie. Mit allen, die ebenso für Fury brennen. Und so wie’s aussieht, sind es ja noch ein paar: Die ersten beiden Arenen-Konzerte in Hannover waren innerhalb von wenigen Stunden ausverkauft. Mittlerweile sind es sogar 3 restlos ausverkaufte Shows. Und weil die Band daran so Spaß hat, gibt es auch einen Nachschlag und zusätzlich noch so einiges, worauf viele schon lange gewartet haben. Nur das Comeback wird es eher nicht geben, dafür aber 365 Tage großartige Gelegenheit, die Band dabei zu erleben, was sie am besten kann: Live eine so unvergessliche Energie zu entladen, dass man sich wünscht, das Fury-Jahr würde niemals zu Ende gehen. Won’t forget these days. Versprochen.